Im Jahr 1911 wurde die Hohenzollernbrücke durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Als letzter deutscher Kaiser und Spross des Hauses Hohenzollern gaben er und seine Familie der Brücke ihren Namen. Monumentale Reiterstatuen an allen Rampenseiten der Brücke erinnern an ihn und andere Galionsfiguren der Preußenherrschaft in Köln.
Während der beiden Weltkriege war die Hohenzollernbrücke die wichtigste und am stärksten befahrene Eisenbahnroute zur Versorgung der Westfront. Im Sommer 1914 passierten durchschnittlich vier Züge pro Stunde die Brücke.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke während des Vorrückens der amerikanischen Truppen an ihren Pfeilern durch die Wehrmacht gesprengt.
Drei Jahre später wurde ein provisorischer Wiederaufbau nutzbar gemacht, allerdings nur mit 2 Gleisbahnen und einem Fußgängerweg an jeder Seite. Auf den weiteren Betrieb der Straßenbrücke wurde verzichtet. In den 50er- bis 80er-Jahren wurden insgesamt 4 weitere Fachwerkbögen an der Hohenzollernbrücke angebaut, so dass die Bahn dort heute über sechs Gleise verfügt. Die zwei nördlichen Gleise sind der S-Bahn vorbehalten.
Neben der verkehrstechnischen Bedeutung des kurvigen Kölner Wahrzeichens kommt der Hohenzollernbrücke auch emotional ein wichtiger Auftrag zu. Trägt sie doch über 150.000 Liebesbeweise und -schwüre in Schlossform an den seitlichen Gittern der Fußgängerwege. Nachdem Scharen von Verliebten seit Jahren Vorhängeschlösser mit Gravuren ihrer Namen am Brückengeländer befestigt und den dazugehörigen Schlüssel gemeinsam in den Rhein geworfen hatten, zeigte sich die Bahn allmählich besorgt über die tonnenschwere zusätzliche Belastung der Brücke. Nach statischen Berechnungen und Verhandlungen mit der Stadt stand im letzten Jahr dann aber fest: Die Schlösser können bleiben – zumindest bis auf Weiteres.
So bleibt es auch weiterhin ein Leichtes für Verliebte, sich ein Schloss am Rhein zu schenken. Und das dank einer Brücke mit echten Multitasking-Qualitäten.