Gesunde Augen

Wie Rosazea, Neurodermitis, Psoriasis und Gürtelrose die Augen beeinflussen können

Unsere Haut und unsere Augen scheinen auf den ersten Blick zwei völlig unterschiedliche Organe zu sein. Tatsächlich sind sie enger miteinander verbunden, als viele vermuten. Bereits in der ersten Entwicklungsphase im Mutterleib entstehen sowohl Teile des Auges als auch die Oberhaut aus ein und demselben Gewebe, dem sogenannten Ektoderm. Der gemeinsame Ursprung erklärt, warum sich manche Hauterkrankungen auch an den Augen bemerkbar machen können. 

Vielen Betroffenen ist nicht bewusst, dass ihre Augenbeschwerden mit einer Hauterkrankung zusammenhängen können. Bei veni vidi erleben wir täglich, wie wichtig ein ganzheitlicher Blick auf unsere Patientinnen und Patienten ist.

Die folgenden vier Hauterkrankungen betreffen besonders häufig auch die Augen.

Rosazea: Wenn trockene Augen mehr als ein Zufall sind


Die Rosazea ist eine weit verbreitete, entzündliche Hauterkrankung des Gesichts, die sich durch Rötungen und feine Äderchen äußert. Was viele Betroffene überrascht: Bei bis zu 50 Prozent der Patienten ist auch das Auge beteiligt – man spricht von der okulären Rosazea.

Oft beginnt es schleichend. Die Entzündung verstopft die sogenannten Meibom-Drüsen am Lidrand, die für den schützenden Fettfilm in unserer Tränenflüssigkeit sorgen. 

Typische Beschwerden:

  • Chronisch trockene, brennende oder rote Augen
  • Wiederkehrende Lidrandentzündungen (Blepharitis)
  • Das Gefühl, ständig ein Sandkorn im Auge zu haben

Wichtig für Sie: Wenn Sie an Rosazea leiden und regelmäßig trockene Augen haben, reicht Tränenersatzflüssigkeit in Tropfenform oft nicht aus. Hier müssen wir die Lidränder gezielt behandeln, um die Hornhaut langfristig zu schützen.

Neurodermitis: Warum häufiges Augenreiben problematisch sein kann


Neurodermitis ist durch extrem trockene Haut und quälenden Juckreiz geprägt. Wenn die sensible Haut rund um die Augenpartie betroffen ist, reiben sich viele Patientinnen und Patienten verständlicherweise häufig die Augen. Genau dieses ständige, intensive Reiben kann mechanische Spuren am Auge hinterlassen.

Zudem neigt das Immunsystem bei Neurodermitis zu Überreaktionen. 

Mögliche Folgen:

  • Chronische, teils schwere Bindehautentzündungen (Konjunktivitis)
  • Erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Grauen Stars (Katarakt)
  • Entstehung eines Keratokonus (einer krankhaften Verformung und Ausdünnung der Hornhaut), begünstigt durch das Augenreiben.

Gürtelrose im Gesicht: Wann der Augenarzt aufgesucht werden muss


Tritt eine Gürtelrose im Gesicht auf, insbesondere an der Stirn, der Nase oder rund um die Augenbraue (Herpes Zoster Ophthalmicus), ist höchste Wachsamkeit gefragt. Das Virus wandert entlang der Nervenbahnen und kann direkt auf das Auge überspringen.

Wenn das Auge infiziert wird, drohen schwere Entzündungen der Hornhaut (Keratitis), die im schlimmsten Fall bleibende Narben und einen Sehverlust nach sich ziehen können.

Warum schnelles Handeln wichtig ist

Die goldene Regel bei Gürtelrose im Gesicht: Suchen Sie neben dem Dermatologen sofort einen Augenarzt auf. Je schneller eine antivirale Therapie eingeleitet wird, desto besser lässt sich das Sehvermögen schützen.

Schuppenflechte (Psoriasis): Gefahr im Augeninneren


Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die Hautzellen viel zu schnell erneuern. Sie ist jedoch keine reine Hautkrankheit, sondern ein systemisches Entzündungsgeschehen im gesamten Körper. Auch die Augen können von diesen Entzündungsprozessen betroffen sein.

Psoriasis-Patienten haben ein statistisch deutlich erhöhtes Risiko, an einer Uveitis zu erkranken. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Gefäßhaut). Typische Symptome sind dumpfe Augenschmerzen, extreme Lichtempfindlichkeit und ein verschwommenes Sehen. Eine Uveitis muss zwingend fachärztlich behandelt werden, um Folgeschäden wie den Grünen Star (Glaukom) zu verhindern.

Symptom-Check: Wann sollten Sie zum Augenarzt?


Wenn Sie an einer der genannten Hauterkrankungen leiden, sollten Sie Ihre Beschwerden augenärztlich abklären lassen:

  • Anhaltende Rötung oder Brennen der Augen
  • Fremdkörpergefühl oder verklebte Lider am Morgen
  • Schmerzen im oder hinter dem Auge
  • Zunehmende Lichtempfindlichkeit
  • Sehverschlechterung (wie durch Nebel sehen, verschwommene Konturen)
  • Sichtbare Bläschenbildung im Augenbereich bei Gürtelrose
     

Fazit: Haut und Augen gehören zusammen 


Ihre Haut und Ihre Augen stehen in ständigem Austausch. Wenn Sie an einer chronischen Hauterkrankung leiden, gehört die regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt zur ganzheitlichen Vorsorge dazu. Viele Beschwerden lassen sich im Frühstadium gut behandeln, bevor dauerhafte Schäden am Auge entstehen.

Haben Sie Veränderungen an Ihren Augen bemerkt oder leiden Sie unter einer chronischen Hauterkrankung? Dann lassen Sie Ihre Augengesundheit augenärztlich in unserer Praxis überprüfen.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin – wir sind gerne für Sie da!

Häufig gestellte Fragen


Kann Rosazea trockene Augen verursachen?

Ja. Bei bis zu der Hälfte der Betroffenen sind auch die Augen beteiligt. Typische Beschwerden sind Brennen, Fremdkörpergefühl und Lidrandentzündungen.

Kann Neurodermitis die Augen schädigen?

Ja. Wiederholtes Augenreiben und chronische Entzündungen können Hornhaut und Bindehaut belasten.

Ist eine Gürtelrose am Auge gefährlich?

Ja. Befällt die Gürtelrose Stirn, Nase oder den Augenbereich, sollte umgehend eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Kann Psoriasis eine Uveitis verursachen?

Ja. Menschen mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko für eine Uveitis, die unbehandelt zu dauerhaften Sehschäden führen kann.