Kunst & Kultur

Wandern – nicht nur des Müllers Lust!

Wandern ist für viele von uns ein Kindheitstrauma. Für mindestens ebenso viele erlebt das „Gehen mit Selbstzweck“ allerdings im weiteren Leben dann doch noch einmal eine Renaissance. Und seit Wandern auch Trekking oder Walken genannt wird, ist es sogar bei jüngeren Semestern salonfähig geworden.


Im Gegensatz zu den straffen Trainingsprogrammen des Fitnessstudios und des Joggens oder den zumeist wettbewerbsorientierten Mannschaftssportarten ist das Wandern vergleichsweise ruhig und stressfrei. Natürlich kann man sich selbst durch einen erhöhten Schwierigkeitsgrad der Wanderstrecke durchaus fordern, auf die Idee einer Wander-Competition ist jedoch wohl noch niemand gekommen.


Wandern ist ausschließlich ein Freiluft-Sport. Das bringt automatisch einen intensiven Naturkontakt und einen gesundheitlichen Mehrwert für den Wanderer mit sich. Naturpsychologische Studien haben zudem bestätigt, dass das Wandern Stress reduziert, Aggressionen senkt und die Erholung fördert. Gleichzeitig gilt Wandern als Konzentrationsübung durch die relative Reizarmut im Vergleich zum Getümmel in der Stadt und durch die gesteigerte Aufmerksamkeit, die durch die Unebenheit des Bodens gefordert ist.


Regelmäßiges Wandern ist förderlich für den Stoffwechsel, die Blutdrucksenkung und eine moderate Gewichtsabnahme. Auch die Kondition wird durch regelmäßiges Wandern gestärkt, wobei Muskeln und Gelenke vergleichsweise schonend beansprucht werden. Gleichgewichtssinn und Koordinationsfähigkeit werden ebenfalls gestärkt.


Die verstaubte Sonntagsbeschäftigung aus Omas Mottenkiste ist gesund und hip geworden. Neben coolen Trekking-Outfits, mit denen man den sanften Sport inzwischen modern ausgestalten kann, ist wohl vor allem der Kontrast zu unserem reizüberfluteten Alltag der neue Reiz des Wanderns.
Also rauf auf Schusters Rappen und rein in den Frühling!