Gesunde Augen

Nicht abwarten! – Was ist ein augenärztlicher Notfall?

Bei medizinischen Notfällen ist schnelles und überlegtes Handeln gefragt, um größeren Schaden vom Patienten abzuwenden.

Zum Teil weniger präsent, aber genauso ernst zu nehmen sind die augenmedizinischen Notfälle.

Die Notfälle in der Augenheilkunde lassen sich grundsätzlich in zwei Problemkreise aufteilen:

1. Akuter Sehverlust

2. Verletzung / rotes Auge / Schmerz

Akuter Sehverlust (Schatten, Schwarzwerden, totale Erblindung)

Der akute, also plötzliche Sehverlust – zum Beispiel Schattensehen, Einschwärzung der Sicht oder die vollständige Erblindung – ist immer ein dringender Notfall und bedarf baldmöglichst einer augenärztlichen Behandlung. Bei Gefäßverschlüssen entscheiden Minuten über dauerhafte Blindheit oder rückgewonnene Sehfähigkeit. Deshalb muss bei jedem Verdacht auf ein solches Problem sofort ein Transport in eine Augenklinik oder zum nächsten Augenarzt organisiert werden.

Symptome einer Netzhautablösung können sein:

  • plötzlich vermehrt herumfliegende Mücken, die sogenannten „Mouches volantes“
  • Blitze in der Dämmerung und beim Herumschauen
  • aufsteigender Rauch oder Rußregen
  • zunehmende Schatten


Symptome für Gefäßprobleme sind möglicherweise:

  • große Gebiete, die sehr schnell grau oder schwarz werden
  • auftretende Balken
  • sektorförmige Ausfälle

Bei einem akuten Gefäßverschluss im Auge kann durch eine zeitnahe Auflösung des Thrombus oder Embolus das Augenlicht gerettet werden.

Bei der Darstellung eines augenärztlichen Notfalls ist es besonders wichtig anzugeben, wie lange die Probleme bereits bestehen. Gegebenenfalls handelt es sich auch um eine sprunghafte Verschlechterung eines bestehenden Problems wie einer AMD oder des Grünen oder Grauen Stars.


Augenverletzungen

Bei Verletzungen, plötzlichem Schmerz und Augenrötung sprechen wir meist von einem Trauma im oder am Auge.

Die absolut dringendsten Augennotfälle überhaupt sind die Verätzung und die Verbrennung. Hier zählen Sekunden, um das Auge vor weiterem Schaden zu bewahren. Verätzungen und Verbrennungen müssen immer sofort gespült werden, das gilt am Auge genauso wie am übrigen Körper. Die Spüldauer sollte mindestens 15 Minuten betragen. Hierbei muss das Augenlid geöffnet sein, auch wenn der Patient dies akut als zusätzlich schmerzhaft wahrnimmt. Wenn nur ein Auge betroffen ist, muss das andere entsprechend vor Verschmutzung geschützt werden.

Zum Spülen kann alles genommen werden, was zur Hand ist. Sauberes Wasser ist optimal.

Die Augenhornhaut und das Augenlid können zum Beispiel durch eingedrungene Fremdkörper verletzt werden. Je nach Ausmaß der Verletzung ist schnelles Handeln beziehungsweise der Arztbesuch wichtig, um die Funktionsfähigkeit des Auges zu erhalten.

In den seltensten Fällen ist ein Augenverband nötig. Bei Blutungen am Augenlid reicht in der Regel eine leichte Abdeckung durch eine Kompresse.

Durch einen heftigen Schlag auf das Auge kann ein akutes Glaukom, also ein Grüner Star entstehen. Der Augendruck steigt zum Beispiel durch eine Einblutung in die Vorderkammer stark an und kann den Sehnerv massiv schädigen.

Stark eitrige Bindehautentzündungen, verschwollene Augen, starke Lichtscheu, Schmerzen, akutes Doppeltsehen, trübe Hornhaut – grundsätzlich alles, was Sie auffällig und beunruhigend finden, sollte unmittelbar dem Augenarzt vorgestellt werden.