Es klingt lustig, wenn von der Augenkrankheit der „fliegenden Mücken“ die Rede ist. Die Betroffenen sind allerdings von dem ungewöhnlichen Seh-Phänomen in ihrem Blickfeld irritiert. Kleine schwarze Punkte, Flecken oder Fädchen schwirren plötzlich durch das Gesichtsfeld, als sei man in einen Mückenschwarm geraten. Sie fallen besonders auf vor blauem Himmel oder hellen Wänden.
Ursache für die fliegenden Mücken sind kleine Ungleichmäßigkeiten in der Glaskörper-Flüssigkeit des Auges. Sie finden sich in jedem Auge, und nahezu jeder hat das Phänomen schon einmal erlebt. „Der größte Teil des menschlichen Auges ist von einer glasklaren, gelartigen Substanz ausgefüllt“, erklärt Prof. Philipp Jacobi, „dieser Glaskörper besteht aus Wasser, Hyaluronsäure und einem Netz von Kollagenfasern. Die Fasern können im Alter verklumpen, so dass sie als Punkte oder fadenartige Gebilde sichtbar werden.“ Namen für dieses Erscheinungsbild gibt es viele, der Augenarzt spricht von Glaskörpertrübungen, oft ist auch die Rede von Mouches volantes oder Floaters.
Glaskörpertrübungen sind lästig, aber nicht gefährlich und beeinträchtigen die Sehschärfe nicht. Trotzdem sind die Patienten oft irritiert, wenn sie hören, dass das Phänomen der fliegenden Mücken nicht behandelt wird, sondern höchstens „übersehen“ – also selbst wegtrainiert – werden muss. Wenn allerdings aus dem Mückenschwarm ein plötzlicher Rußregen wird, dann ist Vorsicht geboten. „Dann kann es zu Blutungen im Glaskörper gekommen sein, und die sollten rasch ärztlich behandelt werden“, rät Prof. Jacobi. Sieht der Patient zudem noch Lichtblitze, kann eine hintere Glaskörperabhebung vorliegen mit der Gefahr einer Netzhautablösung. Auch in diesem Fall gibt ein kurzfristiger Arztbesuch Sicherheit.