Der Fasching in Süddeutschland hat Wurzeln, die weit in die vorchristliche Zeit zurückreichen. Masken und andere Utensilien, zum Beispiel die lärmenden Ratschen und Rasseln, deuten auf alte keltische Rituale zur Vertreibung der Wintergeister hin, um die warme und fruchtbare Jahreshälfte zu begrüßen.
Der christliche Einfluss verstärkte sich im späten Mittelalter. Die Fastnacht, also der Vorabend der Fastenzeit, diente dazu, noch einmal richtig über die Stränge zu schlagen. Der Karneval wurde mit der christlichen Tradition verknüpft und terminlich an das Kirchenjahr gebunden.
Auch namentlich ist der Karneval ganz nahe bei der Fastenzeit. Hergeleitet aus dem lateinischen „carne vale!“, übersetzt „Fleisch, lebe wohl!“, steht der Begriff symbolisch für die bevorstehende Zeit des Verzichts.
Eine andere These geht von dem Ursprungsbegriff des „carrus navalis“, also des „Schiffskarrens“ aus, der ein Schiff auf Rädern bezeichnet, das bei jährlichen spätwinterlichen Umzügen zum Wiederbeginn der Binnenschifffahrt durch die Straßen geführt worden sein soll.
Nach der christlichen Reformation, die die Fastenzeit generell in Frage stellte, wurde es vielerorts ruhiger um den Karneval.
In der Zeit der französischen Besatzung diente der vorübergehend verbotene Karneval der Kölner Bevölkerung vor allem dazu, in der entbehrungsreichen Zeit etwas Spaß und Leichtigkeit in Abgrenzung zu den Gebräuchen der meist ungeliebten Franzosen zu organisieren.
Die heute etablierte militärische Komponente des Kölner Karnevals entwickelte sich in der Zeit nach dem Abzug der französischen Besatzer ab 1815 unter der preußischen Verwaltung, deren schneidiges Gebaren in Narrenkorps und durch uniformierte Verkleidungen aufs Korn genommen wurde.
Der eigentlich katholisch beeinflusste Karnevalsbrauch erlebte in den 1990er Jahren einen gesamtdeutschen Boom. Verkleidung, Feste, Straßenumzüge – die tollen Tage werden seit einigen Jahren konfessionsübergreifend und landesweit gefeiert.
Bleibt die Frage, warum wir eigentlich Karneval feiern. Na ja, weil´s schön ist!