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Schielen bei Kindern– verschiedene Formen vom Schielen

Schielen

„Die Ursachen für das Schielen sind vielfältig.“ Schielen kann verschiedene Ursachen haben. Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Formen des Schielens:
  1. das Begleitschielen (Strabismus concomitans)
  2. das Lähmungsschielen (Strabismus inconcomitans)

Während das Begleitschielen nur im Kindesalter auftreten kann, ist das Lähmungsschielen in allen Altersgruppen möglich.

Begleitschielen

Das Begleitschielen ist das Schielen im Kindesalter. Die Ursachen und die wesentlichen Merkmale des Begleitschielens unterscheiden sich sehr von denen des Schielens aufgrund von Augenmuskellähmungen. Der wichtigste Unterschied ist das Patientenalter. Während das Begleitschielen immer im Kindesalter auftritt, kann eine Lähmung in jedem Alter (auch bei Kindern) auftreten. Meistens hat sich beim Lähmungsschielen das Sehsystem im Gehirn bereits voll ausgebildet. Dies hat zur Folge, dass die von beiden Augen erhaltenen Bilder gleichzeitig verarbeitet und nicht wie beim Begleitschielen die Informationen aus dem schielenden Auge unterdrückt wird.

Das Begleitschielen kann als Folge von Weitsichtigkeit, einer Schädigung des beidäugigen Sehens oder einer einseitigen Sehschwäche (Amblyopie) entstehen. Jedoch ist auch eine genetische Vererbung möglich.
Die Behandlung des Schielens hängt sehr von dem Zeitpunkt des Auftretens ab. Ist im Kindesalter das beidäugige Sehen noch nicht voll ausgereift, muß das schielende Auge zum Sehen „gezwungen“ werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass das Sehzentrum im Gehirn die notwendigen optischen Reize erhält, die notwendig sind, um vollständig ausgebildet zu werden. Dazu deckt man das gesunde Auge stundenweise am Tage ab (sog. Okklusion).

Bei einer Schieloperation werden die betroffenen Muskeln korrigiert. Zu stark ziehende Muskelgruppen werden zurückgesetzt, zu schwach ziehende Muskelgruppen werden verstärkt.

Lähmungsschielen

Augenmuskellähmungen als Ursache für das Schielen. Es können vollständige oder teilweise Lähmungen auftreten. Das Schielen aufgrund von Augenmuskellähmungen, das auch als „Strabismus inconcomittans“ bezeichnet wird, kann sich in zwei Formen äußern: (a) als eine vollständige Lähmung (Paralyse) oder (b) als eine Augenmuskelschwäche oder unvollständige Lähmung (Parese). In jedem Fall sollte eine gründliche Untersuchung möglicher Ursachen erfolgen. Dazu gehören auch eine umfassende neurologische Untersuchung, eine Vorstellung beim HNO-Arzt und eventuell auch eine radiologische Abklärung. Eine Augenmuskellähmung kann spontan ausheilen. Aus diesem Grund wird eine Operation normalerweise erst ungefähr ein Jahr nach dem Auftreten der Lähmung durchgeführt. In dieser Zeit ist man bemüht, die Ursache der Lähmung zu ergründen. Wichtig ist vor allem der Ausschluß von Erkrankungen des Zentralnervensystems, deren Konsequenz lediglich die Lähmung ist. Nur so ist eine gezielte Therapie der Lähmung möglich.

Zusätzliche Informationen

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