Geschichte der Kataraktchirurgie: die ersten Operationen am Auge
Historisches zur Kataraktchirurgie
Über erste Eingriffe mit scharfen Instrumenten am Auge wurde von Medizinern des alten Babylon und aus Indien (ca. 500 v. Chr.) berichtet, obgleich einiges darauf hindeutet, dass bereits im alten Ägypten Operationen am Auge vorgenommen wurden. Es handelt sich dabei um eine Methode, die in England “Couching” genannt wird. Bei den im Altertum vorherrschenden schlechten hygienischen Voraussetzungen, kam es häufig zu Entzündungen und Erblindungen.
Auch im Mittelalter veränderte sich die Operationstechnik kaum. Sie wurde von sogenannten „Starstechern” praktiziert.
Etwa ab dem 18. Jahrhundert sind genauere Daten zur Entwicklung der Kataraktchirurgie vorhanden:
- um 1750 Tadini, Italien: Idee einer künstlichen Glaslinse
- 1766 Casaamata, Italien: der erste gelungene Versuch eine Glaslinse zu implantieren
- 29.11.1949 Harold Ridley, Großbritannien: erste Implantation einer PMMA- Intraokularlinse.
- Bei Piloten mit Augenverletzungen durch Splitter zerschossener Cockpitscheiben wurde festgestellt, dass die Plexiglas-Splitter (PMMA) gut im Auge verträglich zu sein schienen.
- Aufgrund dieser Beobachtung, durch Ophthalmologen im zweiten Weltkrieg, wurde PMMA als geeignetes Material ausgewählt.
- 1958 C. Binkhorst, Holland: Entwicklung der Iris-Claw-Linse
- 1967 C. Kelman, USA: Einführung der Phakoemulsifikation mit Ultraschall
- 1984 T. Neuhann und H. Gimbel: Einführung des Kapsulorhexis (1987)
- 1990 M. McFarland, USA: Erste Clear Cornea Incision
- 1997 Einführung der ersten faltbaren Multifokallinsen mit FDA-Zulassung
- 1998 Ph. C. Jacobi, Einführung der minimal-invasiven Kataraktchirurgie in „Tropfanästhesie”